Perchtoldsdorf ist einer der letzten Orte im Wiener Umland, in dem Weinbau direkt im Ortskern stattfindet — die Rieden reichen bis an die Heide heran, und ein gutes Dutzend Weinbaufamilien betreibt regelmäßig eigene Buschenschanken. Für Ortsfremde ist das System dahinter aber oft erklärungsbedürftig: Ein Heuriger hat nicht dauerhaft geöffnet, sondern folgt dem traditionellen Ausstecken — ein Betrieb ist nur für einige Wochen im Jahr offen, erkennbar am ausgehängten Buschen (Föhrenzweig) vor der Tür.
Familien wie Zechmeister, Wölflinger, Distl, Sommerbauer oder Jezek wechseln sich über die Saison hinweg ab, sodass in Perchtoldsdorf über weite Teile des Herbstes zumindest ein Betrieb ausgesteckt ist. Die genauen Termine ändern sich von Jahr zu Jahr und werden über den offiziellen Heurigenkalender der Marktgemeinde sowie den NÖ-Landestourismus koordiniert.
Ein Besuch lohnt sich nicht nur wegen des jungen Weins: Viele Buschenschanken servieren dazu einfache, aber deftige Hausmannskost — Aufstriche, Speck, Kartoffelsalat — und liegen oft an den Hängen Richtung Wienerwald, mit Blick über die Weingärten. Wer sicher gehen will, dass gerade wer offen hat, schaut am besten kurz vorher online nach oder fragt direkt im Ort nach.